Titel
Nachhaltige Windenergieanlagen-Logistik
Art der Publikation
Working Paper
Autor
Henning Martin (Projektmanager Kurzstreckenseeverkehr, DMZ)
Herausgeber
Deutsches Maritimes Zentrum
Erscheinungsdatum
07/2026
ISSN
3054-6613
DOI
10.66616/e32y-t0mj
Zusammenfassung
Dieses Working Paper analysiert, unter welchen Bedingungen die Wasserstraße zu einem integralen Bestandteil nachhaltiger Lieferketten für Windenergieanlagen (WEA) werden kann. Der Ausbau der Windenergie steigert den Bedarf an Großraum- und Schwertransporten (GST) und belastet die Straßeninfrastruktur. Obwohl die Binnenschifffahrt für schwere und sperrige Komponenten geeignete Potenziale bietet, werden derzeit rund 90 % der WEA-Transporte über die Straße abgewickelt. Auf Grundlage einer Status-quo- und Gap-Analyse, der Einordnung technischer, wirtschaftlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen sowie einer DMZ-Delphi-Umfrage zum Zielbild der WEA-Logistik 2035 werden zentrale Hemmnisse und Handlungsoptionen herausgearbeitet. Als wesentliche Barrieren erweisen sich zusätzliche Umschläge, begrenzte Hafen- und Zwischenlagerflächen, fehlende Korridore, mangelnde Transparenz und komplexe Genehmigungsverfahren. Zugleich halten Expert*innen unter heutigen Bedingungen einen Wasseranteil von 15 bis 30 % und bei Erreichen des Zielbilds bis zu 50 % im Hauptlauf für realisierbar. Empfohlen wird ein Policy-Mix aus informationellen, ökonomischen und kooperativen Instrumenten. Dazu zählen ein multimodales GST-Deutschlandnetz, digitale Datenstrukturen, ein Kapazitätsindex für die Binnenschifffahrt, Förderprogramme für Shuttleverkehre, Spezialtonnage und GST-Hubs sowie die Weiterentwicklung von VEMAGS.
