Deutschland zählt zu den führenden Forschungsstandorten für maritime Technologien – insbesondere im Bereich autonomer Wasserfahrzeuge. Ob Digitalisierung, Automatisierung oder Fernsteuerung: Zahlreiche Forschungsprojekte befassen sich mit neuen Technologien und treiben den Wandel der Schifffahrt aktiv voran. Die wachsende Zahl an Förderprogrammen, beteiligten Institutionen und Einzelvorhaben erschwert es jedoch zunehmend, den Überblick zu behalten und gezielt Kooperationspartner*innen aus Forschung und Industrie zu identifizieren.
Transparenz in der Forschungslandschaft
Hier setzt das DMZ-Projekt „Forschungslandschaft Autonome Schiffe“ an. Ziel ist es, Informationen zu laufenden und abgeschlossenen Projekten aus verschiedenen Förderprogrammen und Institutionen systematisch zu bündeln und transparent aufzubereiten. Einbezogen werden unter anderem Vorhaben aus IHATEC [1], DigiTest [2], DTW [3], mFUND [4], dem Maritimen Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), dem Verzeichnis der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) sowie aus der Forschungsförderung der Länder.
Die erfassten Projekte werden thematisch strukturiert, kompakt vorgestellt und – soweit bereits verfügbar – mit ihren zentralen Ergebnissen zusammengeführt. So entsteht ein aktuelles und differenziertes Bild des Forschungsstands in Deutschland. Gleichzeitig ermöglicht die Darstellung, thematische Lücken und strukturelle Hemmnisse zu identifizieren, und kann so dabei helfen, künftigen Forschungs- und Förderbedarf aufzuzeigen.
Die vergleichende Perspektive über Förderprogramme hinweg richtet sich an ein breites Publikum: Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen, Behörden und alle Interessierten aus der maritimen Branche profitieren von einem zentralen Zugang zu relevantem Wissen. Kooperationspotenziale können gezielt aufgedeckt, neue thematische Schwerpunkte frühzeitig erkannt werden.
Das Vorhaben knüpft dabei an frühere DMZ-Aktivitäten an – darunter die „Internationale Umfeldanalyse zu Anwendungsfällen von Autonomen Maritimen Systemen“ (2022) – und setzt die Arbeit des DMZ als branchenübergreifende Wissens- und Vernetzungsplattform konsequent fort. Es leistet damit einen konkreten Beitrag zur Stärkung des deutschen maritimen Standorts und zum Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
Überblick
Laufzeit
Das Projekt startete im Frühjahr 2026. Im Verlauf des Jahres werden relevante Forschungsvorhaben identifiziert, gesichtet und aufbereitet. Der fertige Überblick wird voraussichtlich zum Jahresende 2026 hier auf der DMZ-Webseite verfügbar sein.
Handlungsfelder
Das Projekt adressiert primär das Handlungsfeld Technologischer Wandel: Es macht das Innovationspotenzial der deutschen maritimen Forschung sichtbar und zeigt den Fortschritt in der Entwicklung autonomer Schifffahrtstechnologien. Darüber hinaus berührt das Vorhaben das Handlungsfeld Wettbewerbsfähigkeit – denn eine leistungsstarke maritime Forschungslandschaft ist ein zentraler Faktor für die internationale Konkurrenzfähigkeit Deutschlands.
Besonderheit
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die programmübergreifende Perspektive: Analysiert wird die maritime Forschungsförderung auf Bundes- und Landesebene. So entsteht eine strukturierte Übersicht quer durch die deutsche Förderlandschaft für autonome Schifffahrtstechnologien.
Hintergrund: Forschungsförderung
Diese Infokästen geben einen kompakten Überblick über zentrale Forschungsprogramme in der maritimen Branche. Sie erläutern jeweils kurz Zielsetzung und inhaltlichen Fokus der Programme.
IHATEC – Förderprogramm für Innovative Hafentechnologien des BMV
Mit IHATEC werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte gefördert, die zur Entwicklung oder Anpassung innovativer Technologien in den deutschen See- und Binnenhäfen beitragen.
Das Programm „Innovative Hafentechnologien“ fördert die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien in deutschen See- und Binnenhäfen, um deren Wettbewerbsfähigkeit im globalen Umfeld zu erhalten und weiter auszubauen. Praxisnahe Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie Durchführbarkeitsstudien im Bereich Güterumschlag, Fahrgastabfertigung oder logistische Zu- und Ablaufprozesse im Hafen stehen im Fokus. Zudem ist neben einer allgemeinen Effizienzsteigerung die Verbesserung des Klima- und Umweltschutzes ein zentrales Ziel der Programmausrichtung.
DigiTest – Förderrichtlinie „Digitale Testfelder in Häfen“ des Bundesministeriums für Verkehr
Die Förderrichtlinie „Digitale Testfelder in Häfen“ (DigiTest) unterstützt die Digitalisierung maritimer Infrastrukturen durch praxisorientierte Erprobung innovativer Systeme unter Realbedingungen. Ziel ist es, deutsche Häfen zu datengetriebenen High-Tech-Standorten weiterzuentwickeln und ihre Rolle als Rückgrat einer international vernetzten Logistikkette zu sichern. Im Fokus stehen Anwendungen in den Bereichen Verkehrsmanagement, autonomes und automatisiertes Fahren, Digitalisierung von Lieferketten sowie die digitale Administration logistischer Prozesse.
DTW – Programm für "Investitionen zur Entwicklung von Digitalen Testfeldern an Bundeswasserstraßen" des BMV
Das Programm DTW unterstützt die Testung und Weiterentwicklung von Systemen für das automatisierte bzw. autonome Fahren auf dem Wasser unter realen Bedingungen. Die Verbesserung von Logistikketten und Verlagerung von Transporten auf Wasserstraßen steigert die Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt. Das automatisierte und vernetzte Fahren auf den Wasserstraßen stellt zudem eine Möglichkeit dar, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, und trägt somit zur Zukunftsfähigkeit des Transportsystems bei. Die Bedeutung innerstädtischer Verkehre und Nebenwasserstraßen kann durch die Förderung von Versuchen zur effizienteren Nutzung der Fahrrinne bei extremen Niedrigwasserabflüssen unterstützt werden.
mFUND – Innovationsinitiative des Bundesministeriums für Verkehr für die Mobilität der Zukunft
Die Initiative mFUND fördert Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich digitaler datenbasierter Anwendungen für eine zukunftsorientierte Mobilität, wobei finanzielle Förderungen möglich sind und durch verschiedene Veranstaltungsformate die Vernetzung zwischen Akteur*innen aus Politik, Wirtschaft und Forschung unterstützt wird. Zudem sind Mobilitäts-Datenportale wie Mobilithek und Mobility Data Space zugänglich.
MAFO – Maritimes Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE)
Im Rahmen der Maritimen Forschungsstrategie 2025 hat sich das BMWE die langfristige Förderung von Forschung und Entwicklung in den Teilbranchen Schiffbau, Schifffahrt und Meerestechnik zum Ziel gesetzt. Das Maritime Forschungsprogramm MAFO dient der Umsetzung dieser Strategie mit besonderem Blick auf Kooperation und Vernetzung zwischen Projektbeteiligten, auch über die Grenzen der Branche hinaus. Grundsätzlich soll die gesamte Breite der maritimen Technologien unterstützt werden, daher sind fünf unterschiedliche thematische Schwerpunkte in der Förderrichtlinie aufgezählt, die aus der maritimen Perspektive betrachtet werden können: Umweltschutz, Digitalisierung, Sicherheit, Ressourcen und seit der Neuauflage der Richtlinie 2023 auch die Klimaneutralität.
Projektzahlen
Im Förderprogramm IHATEC hat das Bundesministerium für Verkehr (BMV) zwischen 2021 und 2025 etwa 66 Millionen Euro für Innovative Hafentechnologien bereitgestellt. [5]
Die ZKR verzeichnet auf ihrer Webseite 53 einschlägige Pilot- und Forschungsprojekte rund um die autonome Schifffahrt. [6]
Mehr zum Projekt
Hier finden Sie mehr Beiträge und Veranstaltungen zum Thema.
Studie zu Anwendungsfällen von Autonomen Maritimen Systemen
Beitrag zur Erhebung der Grundlagen für eine strategische Koordination zum internationalen Wissens- und Technologietransfer.
Kurzstudie: Wirkungsanalyse von IHATEC II und DigiTest
Die Förderprogramme IHATEC II und DigiTest sollen die Digitalisierung und Innovationskraft deutscher Häfen vorantreiben. Eine aktuelle Analyse des Deutschen Maritimen Zentrums zeigt, wie diese Programme wirken – und wo gezielte Anpassungen ihre Zukunftsfähigkeit optimieren können.
Entwicklung des Marktes für Autonome Maritime Systeme (AMS)
Branchenumfrage ergibt Stimmungsbilder der maritimen Teilsegmente in Deutschland und Europa und identifiziert Unsicherheiten und Hürden.
Ansprechpartner*innen
Sie haben Fragen oder Anregungen zum Projekt? Kontaktieren Sie uns:

Kapt. Irene Rüpke
Referentin für Schifffahrt
Telefon: +49 40 9999 698 – 73
E-Mail: Ruepke[at]dmz-maritim.de

Dr. Katrin Maul
Referentin für Vorschriften und Standards
Telefon: +49 40 9999 698 – 78
E-Mail: Maul[at]dmz-maritim.de
Quellen
[1] Innovative Hafentechnologien
[2] Digitale Testfelder in Häfen
[3] Digitale Testfelder an Bundeswasserstraßen
[4] Modernitätsfonds
[5] Innovative Hafentechnologien (abgerufen am 22.05.2026)
[6] Verzeichnis der Pilot- und Forschungsprojekte im Bereich der automatisierten Schifffahrt (abgerufen am 22.05.2026)








































