Ein einfaches, dunkelblaues Lupensymbol auf einem hellgrauen Hintergrund.
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Eröffnungsfeier und Neujahrsempfang des Deutschen Maritimen Zentrums

Mit der feierlichen Eröffnung der neuen Räumlichkeiten in der Hamburger Innenstadt hat das Deutsche Maritime Zentrum (DMZ) am 20. Januar 2026 einen neuen Ort für Austausch und Vernetzung vorgestellt. Gemeinsam mit über 70 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik wurde im Hanse-Forum am Axel-Springer-Platz nicht nur der erfolgreiche Umzug gefeiert, sondern auch ein Blick auf aktuelle Herausforderungen und die Zukunft der maritimen Branche gerichtet.
22.01.2026

Nach sechs Jahren auf dem Werftgelände von Blohm + Voss in Hamburg-Steinwerder ist das DMZ im Juli 2025 in das zentral gelegene Hanse-Forum in der Hamburger Innenstadt gezogen. Die Veranstaltung wurde von Dr. Matthias Catón, Geschäftsführer des Deutschen Maritimen Zentrums, eröffnet. In seiner Begrüßung betonte er die Bedeutung des neuen Standorts: „Mit unseren neuen Räumlichkeiten können wir nun nicht nur im übertragenen Sinne ein Ort des Austauschs sein, sondern auch real.“ Dies sei die bisher größte Veranstaltung am neuen Standort, aber nicht die letzte, so Catón weiter.

 

Stimmen aus Politik und Verwaltung

 

Es folgte ein Grußwort von Christian Hirte, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr. Er unterstrich den Handlungsbedarf der maritimen Branche sowie der gesamten Verkehrspolitik angesichts aktueller sicherheitspolitischer Herausforderungen. Gleichzeitig gelte es auch bei anderen relevanten Zukunftsthemen Schritt zu halten, etwa beim Klimaschutz und im Bereich des technologischen Wandels. „Deutschland und Europa müssen hier mithalten, mitgestalten und an der Spitze des technischen Fortschritts agieren“, so Hirte.

Dr. Christopher Schwieger, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg, würdigte das DMZ in seinem Grußwort als wichtigen Akteur in der maritimen Branche: „In Zeiten tiefgreifender Transformationen, von der Digitalisierung über neue Antriebstechnologien bis hin zur maritimen Energiewende, ist die Rolle des DMZ als Plattform für strategischen Austausch wichtiger denn je.“

Einen Rück- und Ausblick auf die Entwicklung des DMZ gab Dr. Reinhard Lüken, Vorsitzender des DMZ. Unter dem Titel „Das DMZ 2017–2026“ zeichnete er die wichtigsten Meilensteine der Institution nach, von der Gründung bis hin zum Umzug in die Hamburger Innenstadt und der Arbeit in einem stetig wachsenden Team. Lüken formulierte klare Perspektiven für die kommenden Jahre: „Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen haben enorme maritime Dimensionen. Das war selten so präsent wie heute. Wie gehen wir damit um? Welche Konsequenzen müssen wir daraus ziehen? Es muss unser Anspruch sein, dazu künftig wichtige Beiträge leisten zu können.“

Lükens Überblick machte insbesondere deutlich, dass sich das DMZ organisatorisch ebenso weiterentwickelt hat wie die inhaltliche Ausrichtung, die Teil der laufenden Entwicklungen der maritimen Branche ist.

 

Schwerpunktthema: Globale Herausforderungen maritimer Lieferketten

 

Den inhaltlichen Mittelpunkt des Abends bildete der Vortrag von Dr. Kira Vinke, stellvertretende Forschungsdirektorin und Leiterin des Zentrums für Klima und Außenpolitik der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Als Expertin für die sicherheitspolitischen Folgen des Klimawandels und globale Risikolagen verbindet sie wissenschaftliche Analyse mit außen- und sicherheitspolitischer Praxis.

In ihrer Keynote mit dem Titel „Verwundbare Seewege: Wie geopolitische und klimabedingte Krisen globale maritime Lieferketten verändern“ verwies sie eindrücklich auf die Zusammenhänge sicherheitspolitischer Konflikte und klimabedingter Risiken für das Erdsystem. Anhand verschiedener Beispiele, etwa der aktuellen Spannungen rund um Grönland, zeigte sie auf, wie geopolitische Interessen zunehmend mit gravierenden ökologischen und klimatischen Risiken zusammentreffen, darunter das fortschreitende Abschmelzen des grönländischen Eisschilds. Zudem sei die Sicherheit maritimer Verkehrswege längst keine rein wirtschaftliche Frage mehr, sondern eine zentrale geopolitische und klimapolitische Herausforderung, so Vinke.

Im Gespräch mit Kathrin Lau, Chefredakteurin von Schiff&Hafen und Ship&Offshore, wurden diese Aspekte weiter vertieft und um Perspektiven aus der maritimen Praxis ergänzt. Abschließend zog Frau Dr. Vinke ein deutliches Fazit mit einem bekannten Aphorismus: „Wir können nicht bestimmen, woher der Wind weht, doch wir haben einen Einfluss darauf, wie wir unsere Segel setzen.“

 

Ausklang: Dialog und Vernetzung

 

Beim anschließenden Empfang nach dem offiziellen Programm nutzten die Gäste die Gelegenheit für persönliche Gespräche und den fachlichen Austausch.

Die Eröffnungsfeier bot einen Überblick über die aktuellen und künftigen Arbeitsfelder des DMZ. Zugleich verdeutlichte die Veranstaltung die Bedeutung von Dialog und Anpassungsfähigkeit vor dem Hintergrund einer sich stetig wandelnden maritimen Branche sowie geopolitischer und wirtschaftlicher Kontroversen.

Weitere Eindrücke

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