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Ergebnisse: DMZ-Delphi-Umfrage zu Windkraftanlagentransporten

Im Rahmen einer Delphi-Umfrage zu Windkraftanlagentransporten befragte das DMZ Expert*innen aus Wirtschaft, Verwaltung, Häfen und Forschung zu aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätzen im Bereich Onshore-Windenergielogistik. Hier finden Sie die Ergebnisse zusammengefasst.
03.02.2026
Henning Martin

Henning Martin

Projektmanager Kurzstreckenseeverkehr

Telefon: +49 40 9999 698 – 77
E-Mail: Martin[at]dmz-maritim.de

Im Rahmen der DMZ-Delphi-Umfrage zu Windkraftanlagentransporten wurden Expert*innen aus Industrie, Logistik, Häfen, Verwaltung, Verbänden und Forschung um ihre Einschätzung zu den aktuellen Herausforderungen und zukünftigen Anforderungen der Onshore-Windenergielogistik gebeten. Mit der Umfrage verfolgt das DMZ das Ziel der systematischen Wissenssammlung, um daraus praxisnahe Impulse für eine zukunftsfähige Ausgestaltung der Transport- und Logistikstrukturen abzuleiten. Die Delphi-Umfrage ist ein wissenschaftlich etabliertes Verfahren, bei dem Fachleute in mehreren Befragungsrunden anonym ihre Einschätzungen abgeben, um schrittweise belastbare Trends, Prioritäten und Zielbilder herauszuarbeiten.

 

Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Der notwendige Ausbau der Onshore-Windenergie erfolgt bereits unter schwierigen Rahmenbedingungen und wird maßgeblich durch infrastrukturelle Defizite, administrative Hürden sowie fehlende Planungssicherheit belastet.

 

Der Verkehrsträger Straße dominiert weiterhin den Transport von Windenergiekomponenten, während der Anteil der Wasserstraße nach Einschätzung der Mehrheit der Befragten derzeit unter 10% liegt. Unter den aktuellen Voraussetzungen übernimmt die Wasserstraße damit vor allem eine Redundanzfunktion und dient der kurzfristigen Entlastung der Straße. Gleichzeitig sehen viele Teilnehmende – trotz bestehender systemischer Hindernisse – deutliche Verlagerungspotenziale. Unter verbesserten Rahmenbedingungen halten rund 38% der Befragten eine Verlagerung von mehr als 15% für realistisch, unter idealen Voraussetzungen schätzen nahezu die Hälfte der Teilnehmenden das Potenzial sogar auf über 50%.

 

Eine verpflichtende Verlagerung von Großraum- und Schwertransporten auf die Wasserstraße wird jedoch überwiegend abgelehnt. Stattdessen fordern die Teilnehmenden gezielte, schrittweise Verbesserungen. Als zentrale Stellschrauben werden leistungsfähige Infrastrukturen, funktionsfähige GST-Hubs, geeignete Lager- und Umschlagsflächen in Häfen, Mikrokorridore sowie schnelle und verlässliche Genehmigungsverfahren identifiziert. Darüber hinaus kommt der digitalen Unterstützung von Routen- und Genehmigungsplanung sowie der besseren Sichtbarkeit intermodaler Transportoptionen eine Schlüsselrolle zu.

 

Das aus den Umfrageergebnissen ermittelte Zielbild beschreibt ein dynamisches, flexibles und nachhaltiges Logistiksystem mit geringer Bürokratie, hoher Planungssicherheit und einer intelligenten Verzahnung der Verkehrsträger. Die Auswertung verdeutlicht: Effiziente und zukunftsfähige Windenergielogistik erfordert die enge Zusammenarbeit aller Akteur*innen und ein koordiniertes Zusammenspiel von Infrastruktur, Verwaltung und Markt.

Hier finden Sie die ausführlichen Ergebnisse:

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