Frau Maurer, womit beschäftigen Sie sich als Referentin für Kommunikation im DMZ?
Meine Aufgaben sind vielfältig. Unter anderem kümmere ich mich um die strategische Kommunikation unserer Projekte. Das heißt, ich unterstütze meine Kolleg*innen dabei, einen Kommunikationsplan für ihre spezifischen Projekte auf die Beine zu stellen, um Sichtbarkeit zu schaffen. Wir wollen Beteiligte und Interessierte über den aktuellen Stand, über Handlungsempfehlungen und über Erkenntnisse informieren. Jedes Projekt begleite ich außerdem über unseren LinkedIn-Account und sorge hier für einen Redaktionsplan und regelmäßigen Content.
Ansonsten arbeite ich auch noch an eigenen Projekten. Eines davon ist besonders umfangreich und steht aktuell im Fokus: die maritime Nachwuchskampagne, bei der wir bald in Zusammenarbeit mit einer Agentur in die Markenentwicklung starten. Ziel ist eine Marke, die junge Menschen für die Branche begeistert.
Gibt es einen typischen Arbeitstag für Sie?
Ein typischer Arbeitstag ist bei mir auf jeden Fall von vielen Terminen geprägt – die Kommunikation steht eben nicht nur in meinem Jobtitel. Ich spreche jeden Tag mit verschiedensten Menschen, aus unserem Team und extern, um unsere Projekte zu planen, zu organisieren, zu koordinieren. Ich nutze außerdem täglich den Social-Media-Redaktionsplan und versuche hier vorausschauend zu arbeiten.
Beruflich kommen Sie aus der PR-Arbeit. Wie führte Ihr Weg in die maritime Branche?
Bevor ich 2021 beim DMZ anfing, war mein beruflicher Hintergrund tatsächlich nicht maritim. Ursprünglich habe ich Geisteswissenschaften studiert, Germanistik und Kommunikationswissenschaften, und war viele Jahre in der PR-Beratung für Stahl- und Maschinenbau-Unternehmen tätig. Später war ich bei einem globalen Automatisierungsunternehmen für Social Media und Online-Marketing zuständig. Irgendwann wollte ich mich örtlich verändern und bin aus dem schönen Nordrhein-Westfalen nach Hamburg gezogen. Das war natürlich doppelt „norddeutsch“ für mich, weil ich zum einen nach Hamburg ziehen konnte und dann auch noch in der maritimen Branche anfing – besser geht es eigentlich nicht.
Wie war der Einstieg in die Branche für Sie?
Die Vielfalt der maritimen Branche wurde mir erst in der Einarbeitungsphase im DMZ so richtig bewusst. Unsere Versorgung und unser Wohlstand hängen sehr stark davon ab, wie gut die Prozesse und die Zusammenarbeit in der maritimen Branche koordiniert sind – das war mir früher nicht in diesem Ausmaß bewusst. Mit der Zeit habe ich gemerkt, wie sehr ich mich für die Branche begeistern kann, und auch für die Menschen, die darin arbeiten. Ich habe schon das Gefühl, dass es einen anderen Zusammenhalt gibt, als ich ihn bisher erlebt habe. Deshalb macht es mir wirklich Spaß, Aufmerksamkeit für maritime Themen zu generieren.
Was begeistert Sie am Arbeitsfeld der Kommunikation?
Ich glaube, dass die Kommunikation wesentlich für uns ist – ohne sie geht gar nichts. Nur mit Kommunikation können wir Vorhaben umsetzen und Großes schaffen. Für mich hat das Thema auch viel mit Identifikation und Selbstausdruck zu tun, sowie damit, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Über die Kommunikation lernt man auch unheimlich viel, etwa über die Perspektiven anderer Menschen. Man kann so viel für sich selbst daraus ziehen.
Im DMZ ist es für mich ein Herzensthema, wie wir die Themen, das Know-how, unsere Kompetenz als Team nach außen tragen und unsere Erkenntnisse so teilen, dass auch andere etwas davon haben. Wir machen unsere Arbeit nicht zum Selbstzweck, sondern sind für die Branche da und wollen sie stärken. Und das funktioniert eben nur über Kommunikation.
Wie erleben Sie die Kommunikationsarbeit für einen Thinktank? Gibt es dort spezielle Herausforderungen?
Ich glaube gar nicht, dass sich die Kommunikation eines Thinktanks so stark von anderen Unternehmen unterscheidet. Es geht eigentlich immer darum, neue Entwicklungen und Erkenntnisse irgendwie an den Mann und die Frau zu bringen. Man wird natürlich nur gesehen, wenn man sich äußert und laut ist. Es geht immer darum, eine Verbindung zu den Menschen herzustellen.
Wie sieht Ihre Arbeit in der Projektkommunikation aus?
Es gibt grundsätzliche Vorgaben in der Gestaltung von Kommunikationsplänen und bestimmte Punkte, die beantwortet werden. Welche Meilensteine gibt es? Welche Maßnahmen sind umsetzbar und was ist das Ziel des Projekts? Welche Inhalte sollen an welche Zielgruppen vermittelt werden? Welche Fachmedien können spannend sein, um ein Thema zu kommunizieren? Auf welchen Veranstaltungen können wir uns beteiligen? Diese Fragen beantworte ich gemeinsam mit den Kolleg*innen und unterstütze sie dabei, eine kommunikative Perspektive einzunehmen.
Mit den Inhalten der Kolleg*innen füllen wir auch strategisch unsere Formate, vom Newsletter über den maritimen Talk bis hin zum Podcast und zur Website, sowie die Kanäle Youtube und LinkedIn.
Welche Rolle spielt LinkedIn für das DMZ und Ihre Arbeit?
Für uns ist LinkedIn als Business-Netzwerk ein spannender Kanal, weil sich dort viele Stakeholder*innen aus der Wirtschaft präsentieren, ebenso wie Forschungseinrichtungen und viele mehr. Wir erreichen hier also eine ganze Bandbreite an Zielgruppen, die für uns relevant sind. Aus denselben Gründen ist außerdem auch Youtube spannend für uns – hier versuchen wir deshalb ebenfalls aktiv zu sein.
Beobachten Sie Trends in der Kommunikation, und glauben Sie, dass Ihre Arbeit sich in den nächsten Jahren stark verändern wird?
Ich beschäftige mich kontinuierlich mit Trends in der Kommunikation und natürlich ist auch hier die KI ein wichtiges Thema, von der Texterstellung bis hin zur Bildgenerierung. Im Bereich Social Media haben wir es teilweise auch mit negativen Entwicklungen zu tun, etwa mit Fake News, Deepfakes oder Bots in den Kommentaren. Hier muss man als Kommunikator gewappnet sein und sich fragen, wie gehe ich damit um?
Genauso wichtig sind auch die positiven Entwicklungen und ich behalte im Auge, wie wir bestimmte Trends sinnvoll für uns nutzen können. Deswegen legen wir zum Beispiel immer mehr Wert auf Bewegtbilder, weil man über Videos viel schneller mit allen Sinnen erfasst, worum es geht.
Welches Projekt ist Ihnen bisher besonders in Erinnerung geblieben?
Mir bleibt das Projekt „Arbeitgebermarketing 4.0“ auf jeden Fall in Erinnerung. Dafür haben wir Personaler*innen, Azubis und Studierende aus der maritimen Branche an einen Tisch geholt, um gemeinsam sogenannte „Candidate Personas“ für die maritime Branche zu entwickeln. Wir haben uns also angeschaut, welche Berufe aus der Branche perspektivisch besonders schwer zu besetzen sein werden, und für acht dieser Berufe haben wir herausgearbeitet, welche fiktive idealtypische Person besonders gut auf die Stellen passt. Welche Interessen haben diese Personas, welche Anforderungen haben sie an einen Job, wie spricht man sie an? Diese Betrachtung fand ich super spannend und praxisnah, und tatsächlich zehren wir bis heute von den gewonnenen Erkenntnissen.






































