Herr Welker, womit beschäftigen Sie sich als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DMZ?
Mein aktueller Schwerpunkt ist vor allem die Künstliche Intelligenz. Ich erarbeite, wie wir KI im DMZ sinnvoll und verantwortungsvoll nutzen können, und beobachte, welche Veränderungen sie in der maritimen Branche mit sich bringt. Außerdem baue ich intern Wissen auf, von der Aufbereitung von Daten über erste Test-Lösungen bis zu alltagstauglichen Abläufen. Damit wollen wir neue Analyse- und Entscheidungswege fest im Haus verankern.
Sie arbeiten auch daran, dass DMZ-Inhalte ansprechend im Web sichtbar gemacht werden?
Genau, dafür nutze ich passgenaue Web-Anwendungen und interaktive Visualisierungen. So werden komplexe Branchen- und Projektdaten übersichtlich, leicht zu bedienen und, wenn es sich anbietet, auch selbst erkundbar. Ich setze auf moderne Open-Source-Technologien und verbinde Webentwicklung mit Datenanalyse, damit große Datenmengen verständlich, schnell und barrierearm dargestellt werden. Das nötige Tüfteln gehört dazu – und macht mir Spaß.
Woher kommt die Vorliebe fürs “Tüfteln”?
Das kommt sicherlich auch aus meinem bisherigen Berufsleben, denn eigentlich bin ich Meteorologe und war länger in der Klimaforschung tätig. Hier ist das Programmieren absolut fundamental – man schaut sich riesige Datensätze an und sucht darin nach Erkenntnissen. Ich hatte also schon früh im Berufsleben mit Datenverarbeitung und dem Programmieren zu tun und habe auch einfach Spaß daran.
Tatsächlich sind es hier im DMZ die angenehmsten Arbeitstage, wenn ich programmieren kann. Ich setze mich gern intensiv mit einem Thema auseinander und suche Lösungen, die für uns im DMZ und für Akteur*innen in der Branche interessant sind.
In meiner Zeit in der Forschung ging es oft um Publikationen in Fachjournalen, die meist nur für eine kleine Zielgruppe interessant waren. Hier im DMZ habe ich den Eindruck, dass unsere Forschung anwendungsbezogener ist und unser Output für eine viel größere Gruppe von Menschen relevant ist. Das ist ein echter Motivationsfaktor für mich.
Was hat Sie dann schließlich in die maritime Branche geführt?
Ich habe keinen direkten Hintergrund in der maritimen Branche und bin auch erst vor einer Weile aus dem Süden Deutschlands und der Schweiz nach Hamburg gezogen. Beruflich war ich nach meiner Zeit in der Klimaforschung in der Versicherungswirtschaft tätig, und zuletzt in der Softwareentwicklung. Dort hat mir dann doch der wissenschaftliche Kontext gefehlt und die Möglichkeit, mich ausführlicher in Themen hineinzudenken. Hier im DMZ hat meine Arbeit wieder einen stärkeren wissenschaftlichen Fokus, und ich kann mich länger mit Inhalten auseinandersetzen und mich sorgfältig einarbeiten. Das hat mich gereizt.
Ich bin also eher durch Zufall in die Branche geraten, aber ich finde es spannend, mich jetzt in maritime Themen einzuarbeiten.
Sie haben eingangs erzählt, dass Sie sich auch viel mit dem Thema KI beschäftigen. Wie genau?
Einerseits nutze ich KI ganz direkt für meine Arbeit an den Web-Anwendungen und teste aus, wie mich die KI bei der Codegenerierung unterstützen kann. Ich bezeichne die KI ganz gerne als „Doping“ für meine Programmierfähigkeiten – sie erweitert mein Können noch einmal enorm und macht mich effizienter.
Darüber hinaus versuche ich den Kolleg*innen zu zeigen, was mit KI-Tools wie zum Beispiel ChatGPT oder Mistral möglich ist. Ich bin jeden Tag begeistert davon, was die KI mittlerweile kann, und ich möchte dieses Wissen den Mitarbeitenden im DMZ weitergeben. Wahrscheinlich hat jeder und jede von uns irgendwo die Sorge, dass KI uns “abschafft”, aber ich bin fest davon überzeugt, dass die Auseinandersetzung mit der KI essenziell ist. Wir sollten weniger nach dem Schema „KI versus Mensch“ denken, sondern eher darauf schauen, wie KI und Mensch zusammenarbeiten können.
Ich denke, dass wir im DMZ schon sehr offen sind für das Thema KI – angefangen bei kleinen Use-Cases bis hin zu übergeordneten Strategien.
Welche Projekte möchten Sie zukünftig bearbeiten?
Mittelfristig möchte ich mich mehr mit den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz beschäftigen. Das war für mich schon immer ein Herzensthema. Die maritime Branche steht hier wegen der weiterhin genutzten fossilen Treibstoffe oft in der Kritik. Ich finde es spannend, in die Branche hineinzugehen und vielleicht einen Anfang mitzugestalten, damit die Branche klimafreundlicher wird – denn das muss sie auch.
Konkret reizt mich, an Projekten zu arbeiten, die Klimarisiken für Küsten und Häfen sichtbar machen und Handlungsmöglichkeiten aufweisen, oder die Auswirkungen von Dürre und Niedrigwasser auf die Binnenschifffahrt analysieren. Ziel ist es, belastbare Informationen so aufzubereiten, dass Entscheidungsträger*innen schneller ins Handeln kommen.
Gibt es ein Highlight aus Ihrer bisherigen Zeit beim DMZ?
Ein dauerhaftes Highlight ist für mich die Stimmung und die Zusammenarbeit im Team. Dadurch, dass wir ein eher kleines Kollegium sind, ist der Umgang immer super und man hat einen guten Draht zueinander. Das hat mir anfangs geholfen, hier anzukommen und motiviert mich in meiner täglichen Arbeit.





































