Herr Puckelwald, wie sieht ihr Alltag als Referent für Häfen und Infrastruktur im DMZ aus?
Vor allem verschaffe ich mir fortlaufend einen Überblick zu Häfen und deren Hinterlandanbindungen. Ich halte aktuelle Themen im Blick und vernetze mich mit den entsprechenden Stakeholdern. Infolgedessen geht es natürlich darum, sinnvolle Projekte rund um Hafenthemen ins Leben zu rufen und umzusetzen.
Was für Projekte sind das zum Beispiel?
Gerade haben wir ein Projekt zu Förderprogrammen des Bundes beendet. Dazu haben wir eine Wirkungsanalyse von IHATEC II und DigiTest durchgeführt, zwei Programmen der Regierung, die Innovationen an deutschen Hafenstandorten stärken sollen. Wir haben uns angeschaut, wie erfolgreich die Programme tatsächlich sind, und haben dazu eine Online-Umfrage innerhalb der maritimen Branche durchgeführt. Die Ergebnisse der Umfrage legen nahe, dass IHATEC II und DigiTest eine gute Erfolgsquote aufweisen. Solche Erkenntnisse sind praxisnah und liefern eine gute Informationsgrundlage für Entscheidungsträger*innen.
Sie behalten in Ihrer Rolle also einen sehr breiten Überblick. Gibt es trotzdem ein Herzensthema in Ihrem Arbeitsbereich?
Definitiv. Ein Thema, das ich besonders spannend finde, ist tatsächlich gar kein ganz spezifisches Hafenthema – nämlich die Beschäftigungsstrukturanalyse der maritimen Branche. Ich untersuche, wie viele Leute in der maritimen Branche beschäftigt sind, und was das für Menschen sind. Das ist ein Projekt, das seit zwei Jahren läuft und das ich mit Herzblut verfolge. Auch, weil die Arbeitsmarktökonomie an meinen bisherigen beruflichen Werdegang anknüpft.
Wie lange sind Sie schon im DMZ dabei?
Ich bin seit 2021 dabei, habe also während der Pandemie im DMZ angefangen. Ein halbes Jahr lang habe ich meine Kolleg*innen fast ausschließlich über den Bildschirm gesehen. Es war toll, dass dieses bunte Team aus Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen es trotzdem geschafft hat, Kontakte zueinander zu knüpfen und im Austausch zu bleiben. Ich habe die Leute nicht nur fachlich, sondern auch persönlich kennengelernt. Da gibt es eine große Offenheit und Aufgeschlossenheit im DMZ, und obwohl inzwischen viele neue Kolleg*innen dazugestoßen sind und andere nicht mehr dabei sind, haben wir uns das auf jeden Fall gut bewahrt.
Welche Rolle nehmen Sie im DMZ-Team ein?
Tatsächlich merkt man, dass ich inzwischen schon länger dabei bin und viele Abläufe gut kenne. Es lohnt sich, immer wieder zu reflektieren: Wie machen wir Dinge aktuell, und wie haben wir sie früher gemacht? Andere Kolleg*innen stellen mir dazu öfter Fragen, und ich kann mein „Wissen“ ganz gut weitergeben – gerade, weil sich das Team, wie erwähnt, noch weiter verändert und wächst.
Wie sah Ihr Werdegang vor dem DMZ aus?
Ich komme aus der klassischen Volkswirtschaftslehre, habe VWL studiert und war anschließend an verschiedenen Forschungsinstituten und Universitäten in Hamburg und Kiel beschäftigt. In Kiel habe ich am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gearbeitet und danach an der Uni Kiel zum regionalökonomischen Arbeitsmarkt geforscht – sicherlich ein Hintergrund für meine heutige Begeisterung in Sachen Arbeitsmarktökonomie.
Später war ich beim Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut tätig, auch hier konnte ich meine inhaltlichen Schwerpunkte weiter ausbauen. Parallel habe ich mich mit Makroökonomie und Geldpolitik beschäftigt. Und schließlich war ich noch an der Universität Hamburg in einem Projekt zum Thema Konjunkturprognosen beschäftigt.
Was hat Sie nach diesen verschiedenen Stationen schließlich ins DMZ geführt?
Irgendwann hat mir der reine Forschungshintergrund an Uni und Co. nicht mehr gereicht. Inhaltlich wollte ich zwar an den Themen, die mich begeistern, dranbleiben – aber mit mehr Praxisbezug. Dazu passt die Ausrichtung des DMZ sehr gut.
Was mir besonders gefällt, ist der Austausch mit den verschiedenen Akteur*innen. Da die maritime Branche recht klein ist, kommen wir schnell mit den wirklich wichtigen Stakeholdern in Verbindung. Das sorgt für eine sehr praktische Anknüpfung unserer Arbeit.
Welche Aspekte aus Ihrem beruflichen Forschungshintergrund nutzen Sie für Ihre jetzige Arbeit?
Ich nutze vor allem meinen Hintergrund aus der quantitativen Methodik, von der Statistik über Regression bis hin zur verständlichen Aufbereitung von Ergebnissen. Meine bisherige berufliche Erfahrung nutze ich also definitiv – ich habe bloß inhaltlich einen sehr viel engeren und wie ich finde sehr spannenden Fokus.
Sie sind im DMZ der Experte für quantitative Daten. Was schätzen Sie an der Arbeit mit großen Zahlenmengen, und was sind Herausforderungen?
Schwierigkeiten verstecken sich manchmal schon vor der eigentlichen Erhebung in bestimmten Begriffsabgrenzungen und Definitionen. Die maritime Branche an sich ist begrifflich zum Beispiel gar nicht so klar definiert. Darunter sammeln sich viele verschiedene Bereiche, und man trifft hier auch immer wieder mal auf unterschiedliche Meinungen und Ansätze. Für eine Fragestellung zunächst die entsprechenden Definitionen zu finden, ist auf jeden Fall eine große Herausforderung.
Welche Themen sind in deinem Arbeitsbereich gerade besonders relevant?
Gerade sind alternative Kraftstoffe und Emissionsreduzierung in den Häfen besonders aktuell. Auch die Häfen müssen sich die Frage stellen, wie der Übergang von fossilen Energieträgern hin zu klimafreundlicheren Kraftstoffen gelingen kann, oder auch die Elektrifizierung von Hafenabläufen. Außerdem steht die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Häfen immer ganz oben auf der Tagesordnung – wie stehen wir im Vergleich zu den europäischen Konkurrenzhäfen, wie entwickelt sich der Umschlag? Das sind Fragen, die uns aktuell stark beschäftigen.
Was genau tut sich im Bereich der alternativen Kraftstoffe?
Die Häfen sind ein zentraler Hub für alternative Kraftstoffe – denn hier kommen sie an und werden verschickt. Deswegen spielen sie für Zukunftsfragen der Branche eine zentrale Rolle. Als DMZ stehen wir hierzu im Austausch mit verschiedenen Stakeholdern, und wir planen, das Thema noch breiter anzugehen, da wir in der Branche immer noch viel Unsicherheit rund um alternative Kraftstoffe wahrnehmen. Als DMZ möchten wir hier Wissenslücken schließen und Orientierung bieten.
Welche Veränderung würden Sie sich für Ihren Fachbereich wünschen?
Ich würde mir auf jeden Fall noch mehr Bekanntheit für das DMZ wünschen. Ich denke, wir leisten wertvolle Arbeit und bieten tolle Produkte an – wenn noch mehr Menschen davon Kenntnis hätten, hätte das sicherlich einen positiven Effekt.





































