Seit 2024 untersucht das DMZ jährlich die Entwicklungen des maritimen Arbeitsmarktes und bietet damit eine kontinuierlich aktualisierte Informationsgrundlage für maritime Akteure. Die Auswertung der Daten aus dem Jahr 2025 belegen leicht steigende Beschäftigtenzahlen sowie die Fortsetzung langfristiger Trends der Qualifikations- und Beschäftigtenstruktur.
Moderate Erholung des maritimen Arbeitsmarktes
Die Beschäftigungszahlen in der maritimen Branche verzeichneten 2025 nach zwei Jahren leichten Rückgangs eine moderate Erholung. Sie stiegen um 0,5 Prozent auf rund 345.000 beschäftigte Personen. Die Zunahme betraf nahezu alle Teilbranchen, wobei die personalintensive Teilbranche der Hinterlandlogistik erneut einen Rückgang verzeichnete. Eine positive Entwicklung zeigt der Anteil der Auszubildenden in der deutschen maritimen Branche. Ihre Zahl stieg zum zweiten Mal in Folge, im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent.
Digitalisierung prägt Berufsstruktur
Die Beschäftigtenzahlen in Verkehrs- und Logistikberufen dominierten auch 2025 weiterhin mit knapp 40 Prozent aller Beschäftigten. Besonders dynamisch entwickelten sich IKT-Berufe mit einem Wachstum von 6,6 Prozent – ein deutlicher Indikator für die zunehmende Digitalisierung der Branche. Rückgänge zeigten sich bei Berufen in der Fahrzeugführung sowie der Metallerzeugung und -verarbeitung.
Langfristige Trends bei Beschäftigtenmerkmalen
Die Analyse der Beschäftigtenmerkmale verdeutlicht mehrere langfristige Entwicklungen. So stieg etwa der Frauenanteil auf 26,1 Prozent, und die Teilzeitbeschäftigung nahm stärker zu als die Vollzeitbeschäftigung. Das Beschäftigungswachstum 2025 geht insbesondere auf Beschäftigte mit ausländischer Nationalität zurück, deren Zahl sich seit 2015 nahezu verdoppelt hat. Die Analyse der Qualifikationen zeigt eine Polarisierung, denn der Anteil hochqualifizierter sowie formal nicht qualifizierter Beschäftigter nimmt zu, während der Anteil klassischer Berufsausbildungsabschlüsse sinkt.
„Die aktuellen Daten zeigen, dass die maritime Branche vor komplexen Herausforderungen steht“, so Johannes Puckelwald, Referent für Häfen und Infrastruktur und Autor des Working Papers. „Besonders die Polarisierung im Bereich der Qualifikationen und der demografische Wandel erfordern strategisches Handeln. Mit unserer kontinuierlichen Untersuchung möchten wir Akteuren eine verlässliche Grundlage für ihre Entscheidungen bieten.“
Das vollständige Working Paper steht hier zum Download zur Verfügung.






































