Ein einfaches, dunkelblaues Lupensymbol auf einem hellgrauen Hintergrund.
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Beschäftigung und Beschäftigtenstruktur in der maritimen Branche in Deutschland 2025

Das Deutsche Maritime Zentrum veröffentlicht ein Working Paper zur Beschäftigung in der maritimen Branche 2025. Die Analyse liefert neue Erkenntnisse zu langfristigen und kurzfristigen Trends auf dem maritimen Arbeitsmarkt.
18.03.2026
Johannes Puckelwald

Johannes Puckelwald

Referent für Häfen und Infrastruktur

Telefon: +49 40 9999 698 – 79
E-Mail: Puckelwald[at]dmz-maritim.de

 

Das DMZ analysiert seit 2024 jährlich die Beschäftigungsentwicklung und Beschäftigtenstruktur in der maritimen Branche. Die Datenbasis hierfür stammt von der Bundesagentur für Arbeit. Die vorliegende Untersuchung für das Jahr 2025 liefert eine kontinuierlich fortgeschriebene Informationsgrundlage für arbeitsmarktpolitische und personalstrategische Entscheidungen.

Die Fachkräfte- und Nachwuchssicherung stellt für Unternehmen in der maritimen Branche in Deutschland nach wie vor eine zentrale Herausforderung dar. Die Gewinnung von qualifiziertem Personal ist von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Die maritime Branche sieht sich hier mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert: Klimaschutz, Digitalisierung, demografischer Wandel und volatile Wertschöpfungsketten erfordern von den Akteuren nicht nur strategisches Denken, sondern auch hohe Anpassungsfähigkeit – ein Aspekt, der sich insbesondere bei der Personalplanung auswirkt. Gleichzeitig gilt es akute konjunkturelle und geopolitische Faktoren zu berücksichtigen.

 

Ergebnisse

Die Beschäftigung in der maritimen Branche verzeichnete im Jahr 2025 eine moderate Erholung nach zwei Jahren leichten Rückgangs. So stieg die Zahl der Beschäftigten um 0,5% auf rund 345.000 Personen an. Die Entwicklung steht im Einklang mit der gesamtwirtschaftlichen Erholung Deutschlands.

 

Beschäftigung in der maritimen Branche

Balkendiagramm mit jährlichen Werten von 2015 bis 2025. Die Werte steigen von 327.978 im Jahr 2015 auf einen Spitzenwert von 347.025 im Jahr 2019, schwanken dann leicht und enden bei 344.938 im Jahr 2025. Die prozentualen Veränderungen sind über den meisten Balken angegeben.

(Quelle: Berechnungen des DMZ (2026) auf Basis der Beschäftigtenstatistik der BA)

 

Der Anstieg der Beschäftigung erstreckte sich nahezu auf alleTeilbranchen, wobei die Hinterlandlogistik eine Ausnahme darstellte. Bei einem hohen Beschäftigungsanteil von 35% verzeichnete diese erneut einen Rückgang, was das Gesamtwachstum dämpfte. Im Jahr 2025 verzeichnete die Zahl der Auszubildenden zum zweiten Mal in Folge einen Anstieg. Im Vergleich zum Jahr 2024 stieg sie um 6,1%. Allerdings liegt die aktuelle Zahl immer noch unter dem Niveau vor der COVID-19-Pandemie.

 

Beschäftigungsentwicklung in den größten maritimen Teilbranchen

Liniendiagramm mit indexierten Trends von 2015 bis 2025 für verschiedene maritime Sektoren in Deutschland, darunter Logistik, Windenergie, Schiffbau, Dienstleistungen, Marine, Zulieferindustrie, Häfen und Schifffahrt. Jeder Sektor wird durch eine andersfarbige Linie dargestellt.

(Quelle: Berechnungen des DMZ (2026) auf Basis der Beschäftigtenstatistik der BA)

 

In der Berufsstruktur dominierten 2025 weiterhin Verkehrs- und Logistikberufe mit einem Anteil von knapp 40% aller Beschäftigten. Das Beschäftigungswachstum manifestierte sich in einer Vielzahl von Berufsgruppen. Besonders dynamisch entwickelten sich 2025 IKT-Berufe mit einem Wachstum von 6,6%, was die zunehmende Digitalisierung der Branche widerspiegelt. Rückgänge wurden bei Berufen in der Fahrzeugführung sowie der Metallerzeugung und -verarbeitung beobachtet.

 

10 häufigste Berufshauptgruppen in der maritimen Branche 2025

Eine Tabelle in deutscher Sprache zeigt Berufsgruppen in der maritimen Industrie, mit Spalten für Anzahl, Prozentsatz, Wachstum in den Vorjahren und Veränderung seit 2015. Der maritime Sektor und verschiedene Berufe wie Logistik und Ingenieurwesen sind aufgeführt.

(Quelle: Berechnungen des DMZ (2026) auf Basis der Beschäftigtenstatistik der BA)

 

Die vorliegenden Daten legen den Schluss nahe, dass sich mehrere längerfristige Trends bei den Beschäftigtenmerkmalen fortsetzen: So ist der Frauenanteil auf 26,1% gestiegen und die Teilzeitbeschäftigung nahm erneut stärker zu als die Vollzeitbeschäftigung. Das Beschäftigungswachstum ist im Jahr 2025 insbesondere auf Beschäftigte mit ausländischer Nationalität zurückzuführen, deren Zahl sich in der maritimen Branche durch kontinuierlich starke Zunahme seit 2015 nahezu verdoppelt hat.

 

Veränderung der Beschäftigung nach Nationalität in der maritimen Branche

Balken- und Liniendiagramm, das die Entwicklung der Beschäftigung von deutschen (dunkelblau), ausländischen (hellblau) und gesamten Arbeitnehmern (rote Linie) von 2016 bis zum voraussichtlichen Jahr 2025 zeigt, mit Schwankungen und Rückgängen um 2020 und 2022.

(Quelle: Berechnungen des DMZ (2026) auf Basis der Beschäftigtenstatistik der BA)

 

Die Analyse der Qualifikationsmerkmale offenbart eine anhaltende Polarisierung: Der Anteil hochqualifizierter Beschäftigter nimmt zu, ebenso der Anteil formal nicht qualifizierter Beschäftigter, während der Anteil klassischer Berufsausbildungsabschlüsse sinkt.

 

Berufsabschlüsse der Beschäftigten in der maritimen Branche

Balkendiagramm zur Verteilung der Bildungsabschlüsse in Deutschland von 2015 bis 2025, mit den Kategorien: kein Abschluss, anerkannter Berufsabschluss, akademischer Abschluss und keine Angabe.

Quelle: Berechnungen des DMZ (2026) auf Basis der Beschäftigtenstatistik der BA

 

Ausblick

 

Die Gewinnung von Fachkräften wird in den kommenden Jahren eine zunehmend bedeutendere Aufgabe für die Unternehmen der maritimen Branche sein. Das Deutsche Maritime Zentrum hat sich zum Ziel gesetzt, die maritime Branche durch eine kontinuierliche Analyse der Beschäftigungs- und Beschäftigtenstruktur zu unterstützen. Die Veränderungen in Bezug auf die Faktoren Qualifikation, Alter, Geschlecht und Nationalität weisen auf übergeordnete Arbeitsmarkttrends hin, die wiederum branchenspezifische Herausforderungen bei der Fachkräftesicherung verstärken. Die weitere Beobachtung dieser Trends ist entscheidend, um den maritimen Standort Deutschland langfristig wettbewerbsfähig zu halten und gezielt auf die Herausforderungen der Fachkräftesicherung zu reagieren.

 

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