Skills for Future

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht die maritime Branche ausreichend und passend qualifiziertes Personal.
19.01.2023
Kapt. Runa Jörgens

Kapt. Runa Jörgens

Leiterin Themen und Projekte/Referentin Schifffahrt

Telefon: +49 40 9999 698 - 71
E-Mail: Joergens[at]dmz-maritim.de

Für die Exportnation Deutschland ist eine leistungsstarke, international wettbewerbsfähige maritime Wirtschaft von großer gesamtwirtschaftlicher Bedeutung. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes und die Sicherung von Wachstum und Beschäftigung. Die Teilbereiche der maritimen Wirtschaft bleiben auch in einem schwierigen globalen Marktumfeld Zukunftsbranchen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht die maritime Branche ausreichend und passend qualifiziertes Personal.

Schätzungen gehen von bis zu 400.000 Arbeitsplätzen aus, die direkt oder indirekt von der maritimen Wirtschaft abhängig sind. Eine konkrete Analyse, die erfasst, wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich in der maritimen Branche tätig sind, gibt es bisher nur für Teilbereiche, nicht jedoch für die gesamte Branche. Auch gehen vorhandene Analysen in der Regel nur auf die Anzahl der Beschäftigten ein, die demografischen Strukturen und Bildungshintergründe werden hingegen nicht berücksichtigt. Für eine strategische Personalplanung der maritimen Unternehmen ist eine Erfassung der Altersstruktur sowie der Kompetenzen der Beschäftigten jedoch ebenso wichtig wie für bildungspolitische Entscheidungen.

Der demografische Wandel macht auch vor der maritimen Branche nicht halt – das hat zur Folge, dass die große Gruppe der sogenannten Babyboomer nach und nach in den Ruhestand geht, während immer weniger junge Menschen mit einem geeigneten Abschluss dem maritimen Arbeitsmarkt für eine Ausbildung zur Verfügung stehen. Denn immer mehr Schulabsolventinnen und -absolventen verfügen über eine Hochschulzugangsberechtigung und streben mit dieser ein Studium an. Dieser Akademisierungstrend macht es immer schwieriger, Jugendliche für eine duale Ausbildung zu gewinnen.

Zu den genannten Herausforderungen kommen Veränderungen der Arbeitswelt hinzu. Die zunehmende Digitalisierung hat in vielen Unternehmen der maritimen Branche einen großen Einfluss auf die Arbeitsanforderungen und erforderlichen Fähigkeiten. Um Fachkräfte mit digitalen Kompetenzen konkurrieren daher viele Unternehmen, weshalb es länger dauern kann, offene Stellen zu besetzen.

Alle diese Faktoren tragen zu Fachkräfteengpässen bei, die insbesondere in den Berufen der maritimen Branche (MINT-Berufe) deutlich zu spüren sind. Folglich wird es für Unternehmen schwieriger, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und langfristig an ihr Unternehmen zu binden.

Um trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen auch künftig genügend passendes Personal zu finden und damit weiter im globalen Wettbewerb bestehen zu können, braucht die maritime Branche eine strategisch angelegte Personalbedarfsplanung.

Um eine Grundlage für Personalplanungsstrategien für Unternehmen der maritimen Branche und eine Hilfestellung für personal- und bildungspolitische Entscheidungen zur Verfügung zu stellen, planen wir eine Personalbestandsanalyse vorzunehmen. Deren Ziel ist es, die Fachkräftesituation der maritimen Branche in Deutschland detailliert zu erfassen, um frühzeitig zu erkennen, welche Fachkräfte in Zukunft fehlen werden. Zur Datengewinnung haben wir eine → Umfrage gestartet, an der Sie sich hier beteiligen können.

Das Deutsche Maritime Zentrum hat in einem weiteren Schritt eine Übersicht über 38 Ausbildungsberufe der Branche erstellt, die im beigefügten Blätterkatalog zu sehen sind. Wir haben ebenfalls Karten für jeden einzelnen Ausbildungsberuf drucken lassen, diese liegen Multiplikatoren der Berufsorientierung als Kartenset vor. Wenn auch Sie Interesse haben, melden Sie sich gerne bei uns.

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